Speed.Art – Die neue Art, Theater zu erleben

Bericht von Ernst Meuß

Monroe

Donnerstags in der Sparkasse an der Paulinenstraße: Eine große Menge von Schülerinnen und Schülern steht vor dem Haupteingang und wartet. „Theater in der Sparkasse? Was soll das?“ „Wieso mussten wir hierhin gehen? Kino ist doch viel geiler.“

Und dann ging’s los. Alle wurden in sieben Gruppen aufgeteilt, und schon begann eine Opernsängerin oben auf der Galerie einen Song aus der Westside Story, nur begleitetet von einer Klavierspielerin, uns entgegenzuschmettern. Keine fünf Minuten später standen wir in der Cafeteria der Sparkasse und hörten eine Arie aus Il Trittico von Puccini. Kaum waren die letzten Töne verklungen, sahen wir unten in der Kundenhalle hinten rechts Marilyn Monroe ihr letztes Band und ihre betörenden Hüften schwingen, so dass manchem Schüler der Atem wegblieb, wenn die Monroe ihn am Kapuzenbänzel durch die Manege zog. Auch der kleine Mann von Hans Fallada mit seiner Frau Lämmchen freute sich über die Einquartierung in einem verstaubten Dachgeschoss, aufgeführt (ausgerechnet) im Tresorraum der Bank, wo beide versuchen, der Liebe eine Chance angesichts existentieller Armut zu geben. Für Furore und einige Sprüche sorgte dann noch ein Auszug aus der aktuellen Ballettproduktion, dem einige Jungen nun gar nichts abgewinnen konnten, und zum guten Schluss wurden wir noch mit Goethe und dessen experimentellen Vorstellungen von Liebe konfrontiert.

Speed.Art, Landestheater Detmold in der Sparkasse

Speed.Art, Landestheater Detmold in der Sparkasse

Nach dieser rasanten, interessanten und anregenden Tour durch einige aktuelle Ausschnitte aus der Theaterarbeit  des Landestheaters Detmold war unser Ausflug aber noch lange nicht zu Ende. Die Sparkasse lud alle Schülerinnen und Schüler zu einem Imbiss in einem vornehmen Raum der Sparkasse ein. Hotdogs, Burger oder Chickenwings standen zur freien Auswahl und in riesigen Mengen zur Verfügung. Dazu gab es Cola, Wasser, Apfelsaft …, so viel man trinken konnte. Super! Die Schülerinnen und Schüler ließen sich nicht zweimal bitten und langten nach Herzenslust zu.

Monroe 2 verwischt

Hieß es vorher: „Kino ist doch viel geiler.“, war jetzt zu hören: „Also, besser als gedacht.“ und: „In das Stück mit der Monroe sollten wir mal gehen.“

Versprochen, das werden wir.

Kultur

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