Schüler entdecken „alte Bücher“ – Bibelworkshop in der Lippischen Landesbibliothek

Da schlummern wahre Schätze in unserer Heimatstadt. Jetzt haben Schüler der Klasse 6c sich auf Entdeckungsreise gemacht. Erst wollten einige auf dem Fußweg von der Geschwister-Scholl-Schule zur Lippischen Landesbibliothek noch am Hornschen Tor zur Stadtbibliothek abbiegen, aber unter der Führung von Religionslehrer Norbert Koch kam die Gruppe dann doch am richtigen Ort zur richtigen Zeit an. Freundlich empfangen von einer Bibliotheksmitarbeiterin ging es dann gleich ganz nach oben, wo Bibliotheksdirektor Dr. Eberhardt schon alles für die „Schatzsuche“ vorbereitet hatte.

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An insgesamt 5 Tischen konnten die Schüler hautnah mit wertvollen, alten Bibeln in Kontakt kommen. Am spannendsten war sicherlich das älteste Exemplar aus dem Jahr 1250, das auf Jungfernpergament (Haut von Lämmern) handgeschrieben wurde. Besonders beeindruckend waren im Lateinischen Text die wunderbar farbig und mit Blattgold verzierten Initialien (Anfangsbuchstaben der Kapitel).

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Die weiteren Bibeln sind dann alle nach der Erfindung des Buchdrucks im 15. Jahrhundert entstanden. Es handelt sich um die „Kölner Bilderbibel“, die 1479 in niederdeutsch-ostwestfälischer Sprache in Köln gedruckt wurde. Die „Toussain-Bibel“ des Grafen Friedrich Adolf zur Lippe wurde 1693 gedruckt und enthält die Lutherübersetzung mit Kommentaren von P. Toussain . In der Zeit zwischen 1569 und 1573 ist die „Biblia Polyglotta“ entstanden, die für wissenschaftliches Arbeiten in hebräisch, griechisch, latein und chaldäisch / syrisch nebeneinander gedruckt wurde. Eine drucktechnische Meisterleistung.

Als letztes ist noch eine „Kupferbibel“ von 1720 zu nennen, die von der Meyerschen Hofbuchhandlung in Lemgo hergestellt wurde.

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Die Schüler konnten sich anhand der Originalbibeln und weiterer Zusatzinformationen gut informieren und dann auch ihr jeweiliges Exemplar den anderen vorstellen. Dazu präsentierten die Schüler mit weißen Handschuhen ausgestattet den anderen ihre Bibel.

Alle waren sehr beeindruckt von den „Schätzen“, die in der Lippischen Landesbibliothek aufbewahrt werden. Die Schüler konnten zwei wesentliche Überlieferungsschritte der Bibel ( Abschriften von Hand in Klöstern, Buchdruck in Werkstätten) sehr eindrucksvoll und anschaulich erleben.

Zum Abschluss konnte die Gruppe noch in das riesige Magazin der Bibliothek schauen und einen Eindruck von der Bedeutung eines Archivs bekommen.

Ganz herzlichen Dank sagen wir der Lippischen Landesbibliothek und besonders ihrem Leiter, Herrn Dr. Eberhardt, für diesen interessanten Vormittag.

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