© Lippische Landes-Zeitung, Freitag 22. Juli 2011
Neuer Song bekräftigt: „Eine Schule für alle„
Von Thorsten Engelhardt

Üben sich im Zielwurf mit dem Federball: Lou-Ann Piasecki (links) und Lotte Ekkert, Schülerinnen der Geschwister-Scholl-Gesamtschule, probieren ein Spiel beim Schulfest aus. FOTO: ENGELHARDT
Sie war nicht die erste. In Leopoldshöhe gab es schon eine Gesamtschule. Aber die Geschwister-Scholl-Gesamtschule war vor 25 Jahren die erste Ganztags-Gesamtschule in Lippe.
Detmold.
Damals war eine Gesamtschule hoch umstritten. So umstritten, dass der damalige Bürgermeister Friedrich Vogt nicht zur Eröffnung der Geschwister-Scholl-Gesamtschule erschien. Heute besuchen rund 1200 Schüler die Ganztagsschule, deren Zukunft zumindest aus schulplanerischer Sicht gesichert erscheint.
Den Auftakt zum Jubiläum gab am Mittwochnachmittag ein Schulfest von den Schülern für die Schüler, Eltern und Nachbarn der Schule. Auf dem Schulhof herrschte ein fröhliches Gewusel zwischen „Beach Bar“, Federball-Zielwurf, Torwandschießen und etlichem mehr. „Jede Klasse hat sich etwas ausgedacht“, berichtete Schulleiterin Christiane Kociszewska. Musik, Tanz, Sport- und andere Mitmachangebote waren vertreten. Der Schul-Song „Wir sind eine Schule für alle“, komponiert von Martin Rudkowski, wurde uraufgeführt.
Das Gebäude der Geschwister-Scholl-Gesamtschule zeigt indes noch, dass hier nicht eine Schule für alle, sondern ursprünglich zwei Schulen untergebracht waren. Der sprachliche Zweig des Leopoldinums und die Paulinenschule, eine Hauptschule, deren Betrieb dann eingestellt wurde. Noch heute sind über einem der Eingänge beide Namen bei genauem Hinsehen zu entziffern.
Die „Gesellschaft zur Gründung von Gesamtschulen in Detmold“ habe für die neue Schulform kräftig die Trommel gerührt. „112 Anmeldungen waren notwendig, 150 hatte die Schule“, berichtet Lehrerin Monika Bösing, die von Anfang an zum Team der Gesamtschule gehörte. Die neue Schule begann gleich fünfzügig und wurde im zweiten Jahr dann sechszügig. Am 16. September 1986 wurde die Schule eingeweiht. Heute indes fragen sich die Lehrer – das war auch beim Schulfest zu vernehmen –, welche Auswirkung der nordrhein-westfälische Schulfrieden wohl auf die Gesamtschulen haben wird. Christiane Kociszewska will weiter an der Identifikation der Schüler mit ihrer Schule arbeiten. Dem soll eine gemeinsame Wanderung aller 36 Klassen und der drei Oberstufenjahrgänge zum Hermannsdenkmal am 12. September dienen. Am 16. September folgt der offizielle Festakt – mit Bürgermeister.
© Lippische Landes-Zeitung, Freitag 22. Juli 2011