„Alles wurscht“– Tierartdifferenzierung mittels PCR, so lautet der Name des Kurses, der regelmäßig von Schülerinnen und Schülern der Biologieleistungskurse der Geschwister-Scholl-Gesamtschule im B!-Lab Biolabor Beverungen erfolgreich absolviert wird.
Unter sachkundiger Anleitung von Frau Schröder und Frau Reinhardt wurden dieses Jahr drei verschiedene Lebensmittel untersucht: ein Kalbfleischdöner aus Detmold, Ragout fin und Cordon bleu.
Frau Schröder erinnerte eingangs an zurückliegende Lebensmittelskandale und ließ dabei auch die „Pferdefleischlasagne“ nicht unerwähnt, die mehrere Wochen durch die Medienlandschaft geisterte. Dabei geht es gar nicht immer um verdorbene oder gesundheitsgefährdende Lebensmittel, sondern eben einfach um Betrug.
Mittels einer genetischen Untersuchungsmethode, der Polymerase Chain Reaction (PCR), lassen sich in Lebensmitteln DNA-Spuren von Lebewesen nachweisen. Dabei kann man aber, ähnlich wie bei Doping-Untersuchungen, nur das finden, wonach man auch sucht. In unserem Falle waren das die DNA-Spuren von Rind, Schwein, Huhn und Pute. Wir haben also weder nach Pferd, Hund, Katze, Maus … oder was einem da noch so alles einfallen mag, gesucht. Ebenso lassen sich keine Aussagen über die Mengen des jeweils verarbeiteten Fleisches treffen. Besteht der Döner beispielsweise zu 99% aus Kalbfleisch und zu 1% aus Schweinefleisch, können wir nur feststellen, dass im Döner neben Kalbfleisch eben auch Schweinefleisch enthalten ist.

Das Ergebnis – im UV-Licht erkennt man die DNA-Banden der verschiedenen Tierarten, die in den jeweils untersuchten Lebensmitteln nachweisbar sind
Nach einem arbeitsreichen Tag waren wir am späten Nachmittag gespannt auf unsere Ergebnisse. Dass im Cordon bleu nicht nur Huhn sondern auch Pute und Rind nachgewiesen wurde, ließ sich nach erneutem Studium der Inhaltsangaben schnell nachvollziehen. Hühnerbrust gefüllt mit Putenschinken und Käse,– alles richtig deklariert, kein Schweinefleisch. Im Kalbfleischdöner dagegen ließen sich alle untersuchten Tierarten nachweisen: kein Grund zur Panik. Wer sich über die Herstellung der Dönerspieße informiert hat, der weiß, dass zur besseren Verarbeitung den Spießen häufig ein Fleischproteinextrakt beigefügt wird. Und dieser Extrakt wird aus „Schlachtresten“ hergestellt, wusste Frau Schröder zu berichten. Also einmal den Schlachthof auskehren, alles durch den Mixer, fertig ist der Proteinbrei.
Auch das eine Erkenntnis des Tages: Wenn man halbwegs wissen möchte, was man täglich isst, dann muss man eben selber mit frischen Zutaten kochen.
Reinhard Schiffer





