„ … und jetzt bekommen sie die letzte Chance …“
Mit großem Engagement haben Schülerinnen und Schüler der Geschwister-Scholl-Gesamtschule vor den Osterferien ihr Betriebspraktikum absolviert und dabei sehr viele positive Rückmeldungen erhalten.
Auch in diesem Jahr sind wieder zahlreiche ausgesprochen interessante Praktikumsberichte verfasst worden. Die folgenden Auszüge aus Tages- und Erfahrungsberichten von Schülerinnen und Schülern der Klasse 9F vermitteln einen kleinen Eindruck.
Durchsetzungsvermögen zeigen
Ich drehe meine Runden, das dauert etwa 10 bis 15 Minuten pro Runde. Diese Zeit brauche ich aber auch, um die Badegäste gut beobachten zu können. Mal muss ich einige Kinder ermahnen, dass sie nicht vom Beckenrand springen dürfen, bei der nächsten Runde sind es Erwachsene, die ich freundlich daran erinnere, sich ordnungsgemäß zu verhalten.
So was passiert aber eher selten und es ist auch komisch, jemanden ermahnen zu müssen, der älter ist. Diese Gäste waren aber sehr nett und haben sich mit mir unterhalten. Bei einer nächsten Runde muss ich wieder einige Kinder ermahnen. Sie tun mir nicht wirklich leid, denn es ist nicht das erste Mal, dass sie auffallen und jetzt bekommen sie die letzte Chance uns zu zeigen, dass sie sich an die Regeln halten, sonst müssen sie das Bad für heute verlassen.
Lukas Riehl, Praktikant im Aqualip als „Fachangestellter für Bäderbetriebe“
Geduld beweisen
Als wir ankamen fragte mich Jessica, ob ich ihr das Buch „Was passiert hier rund ums Jahr“ vorlese. Ich nahm das Buch, setzte mich mit ihr aufs Sofa und las ihr vor. Ich habe das Buch gerade fertig vorgelesen, da kamen mehrere Kinder und wollten, dass ich das Buch nochmal vorlese. Daraufhin las ich es nochmal vor. Anschließend kam Torben um 8:40 Uhr zu mir und bat mich, ihm das Buch „Merkwürdige Tiere aus fernen Ländern“ das „Schnabeltier“ vorzulesen. Nachdem ich fertig mit Lesen war, spielte ich mit Lara, Gesine und Louisa das Spiel „Affenbande“.
Juliana Tide, Praktikantin im AWO-Kindergarten in Heidenoldendorf als „Erzieherin“
Den ganzen Tag bin ich gelaufen …
Auszüge aus den tabellarischen Tagesberichten
Patient animieren, Wasser mit Abführmittel für eine Untersuchung zu trinken –Nachtschränke säubern – Patient motiviert, sich die Füße einzucremen (manche denken, dass wir ein 5-Sterne Hotel sind) – Betten aus Zimmer geschoben – Patient in Nierenschale gebrochen, Erbrochenes beseitigt – Botengang, Blut zu Labor – Patient nach OP noch nicht viel gelaufen, auf Toilette begleitet (nicht mit ihm auf Toilette gegangen, sondern davor stehen geblieben), wieder zurück begleitet – Patient leider verstorben – Toilettenstuhl entleeren und säubern – Mittagspause
Fabian Moritz, Praktikant im Klinikum Lippe als „Gesundheits- und Krankenpfleger“
Harte Arbeit
Danach ging es auch sofort weiter. Ich musste Reifen vom Reifenlager in den Montageraum tragen. Das war eine schwere Arbeit und ging vor allem auf den Rücken und die Hände. Als ich damit fertig war, war ich froh, dass ich einen Moment Pause hatte, aber nein, es ging sofort weiter. Ich sollte den Sprinter putzen und aussaugen.
Freud und Leid
Sehr viel Spaß haben mir meine Arbeitskollegen bereitet. Sie waren immer gut drauf und hatten immer ein offenes Ohr für mich. Die Briefe morgens einzusortieren fand ich auch gut. Auch dass ich immer mit dem Auto fahren konnte, fand ich gut.
Was mir nicht so viel Spaß gemacht hat war, dass es teilweise sehr kalt war und ich immer so kalte Füße hatte. Ich habe dann in der letzten Woche doch noch sehr dicke Schuhe angezogen, so dass es dann nicht mehr ganz so kalt war.
Fabio Silvestri, Praktikant bei der Deutschen Post als „Fachkraft für Kurier- Express- und Postdienstleistungen“
Etwas Neues lernen
Als ich um 8 Uhr bei der Zimmerei Römisch & Plutte ankam, überlegten wir gemeinsam, was ich machen kann. Dann fiel uns ein, dass wir am vorherigen Tag gesagt hatten, dass ich mein Vogelhaus mitbringe und ich es mit Schiefer versehe. Ich hab es natürlich zu Hause vergessen. Max bot mir an, nochmal nach Hause zu gehen und es zu holen. Da ich ja nicht weit weg wohnte, ging ich wieder los und holte mein Vogelhaus. Um 8:20 Uhr kam ich dann wieder und Max zeigte mir, wie man mit einer Schieferschere Schiefer zuschneidet.
Ich hatte erst meine Bedenken, weil ich der Meinung war, dass es voll schwer sein musste, den Schiefer zu schneiden. Doch es war nicht so schwer, wie ich gedacht hatte.
Traumberuf gefunden
Anfangs war ich noch etwas unsicher im Umgang mit Regeln und Erziehungsmaßnahmen. Ich beobachtete die Erzieherinnen und wurde so immer sicherer. Ich musste lernen, konsequent zu sein, damit die Kinder auf mich hören. Es fiel mir leicht, jeden Tag mit den Kindern zu arbeiten, da es mir viel Spaß bereitet hat. Aufgrund meiner steigenden Motivation konnte ich noch besser auf die Kinder eingehen.
Ich merkte auch, dass dieser Beruf mit vielen Nebenaufgaben wie Küchendienst, Aufräumen oder organisatorischen Dingen verbunden ist. Aber auch diese Aufgaben haben mir Spaß gemacht.
Abschließend kann ich nur sagen, dass Erzieherin mein Traumberuf ist.
Jana Neumann, Praktikantin in der Kindertagesstätte der Margarete-Wehling-Stiftung als „Erzieherin“
Von freundlichen Bedienungen und freundlichen Kunden
Es kamen immer viele Kunden und ich durfte sie bedienen. Da ich freundlich war und immer gelächelt habe, waren die Kunden immer rücksichtsvoll, wenn ich ihnen ein falsches Brötchen gegeben habe (was selten vorgekommen ist). Sie haben es mir ganz freundlich gesagt, und ich habe es ihnen ausgewechselt, und alles war gut.




