© Lippische Landes-Zeitung 23. Juni 2011
Von Kampf, Versöhnung und Kirmeszauber
Von JANINE REHBEIN

Da wird ein Schuh schon mal zum Handy: Szene aus "Irgendwie anders", das der Kursus "Darstellen und Gestalten" des Jahrgangs 7 bei den Kulturtagen auf die Bühne brachte. Foto: Rehbein
Detmold.
„Darstellen und Gestalten“ heißt ein ungewöhnliches Schulfach an derGeschwister-Scholl-Gesamtschule. Jetzt haben die Schüler ihre Jahresergebnisse präsentiert.
An der Schule sind zwei „Kulturtage“ zuende gegangen.
Während sich am Montag die Kurse „Darstellen und Gestalten“ der Klassenstufen 9 und 10, die Tanz-AG und die Schulband präsentiert hatten, waren am Dienstag die Jüngeren des 6. bis 9. Jahrgangs dran, umrahmt von Songs des Wahlpflichtkurses Musik des 9. Jahrgangs.
„Darstellen und Gestalten“ baut auf den vier Säulen Körper, Musik, Wort und Bild auf, deren Techniken die Schüler mit fortschreitendem Alter nach und nach erlernen.
Entsprechend unterrichtet Monika Bösing das Fach in einem Team vonzehn Kollegen, die Lehrer aus den entsprechenden Unterrichtsfächern sind, nämlich Sport, Musik, Sprache und Kunst. Sie werden in einem 16-tägigen Lehrgang über zwei Jahre für das Fach „Darstellen und Gestalten“ qualifiziert.
Die Techniken des Faches und die Fortschritte der Schüler mit zunehmender Jahrgangsstufe waren an diesem Abend gut abzulesen. Während die Jüngsten der Jahrgangsstufe 6 vorerst „nur“ mit dem Körper arbeiteten und mit „Du – Ich – Wir“ ein spannendes Spiel um Kampf und Versöhnung auf die Bühne brachten, zeigte ein Kurs des 7. Jahrgangs bereits eine Arbeit aus dem Bereich Wort: „Wolf und Schafe“ ist eine politische Fabel darauf, wie Diktatoren ihre Macht aufbauen.
Ein weiterer Kursus des Jahrgangs 7 zeigte mit der Szene „Verzauberte Kirmes“ sogar schon eine Arbeit aus allen vier Bereichen, obwohl das sonst erst in höheren Jahrgängen üblich sei, so Monika Bösing. Was dort alles auf der Toilette passiert, wurde allein mit dem Körper nachgespielt, die Opfer einer Budenbesitzerin mit magischen Kräften mussten im Rhythmus für sie arbeiten und bedienten damit den Bereich Musik, kleine Szenen zwischen den Kirmes-Besuchern wurden mit Worten dargestellt und die wilden Karussell-Gäste „froren“ plötzlich zu stummen Bildern ein.
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