Die Erdkundekurse der Jahrgangsstufen 11 und 12 haben dieses Jahr wieder ihre traditionelle Exkursion ins Ruhrgebiet gemacht. Über 80 Schülerinnen und Schüler hatten die Gelegenheit Gegenstände des Unterrichts im Original zu sehen. Dieses Jahr war Dortmund das Ziel der Exkursion.
Der Dreiklang von Kohle, Stahl und Bier war einst stolzer Werbeslogan Dortmunds. Heute steht er als historisches Leitmotiv über die Dortmunder Industriegeschichte. Bergbau, Eisen- und Stahlindustrie und die Großbrauereien haben Dortmund ab Ende des 19. Jahrhunderts zum industriellen Schwerpunkt Westfalens werden lassen. Sie haben das Wirtschafts-, aber auch das Alltagsleben der Stadt nachhaltig geprägt.
Mit dem Schiff wurden diese Güter über die Kanäle zum Rhein/ zur Nordsee in die ganze Welt transportiert. Deswegen war der erste Standort der Exkursion das alte Schiffshebewerk in Henrichenburg. Das am 11. August 1899 von Kaiser Wilhelm II. eingeweihte Schiffshebewerk Henrichenburg ist bis heute das spektakulärste Bauwerk des gesamten Kanalsystems in Deutschland. Dort konnten die Schülerinnen und Schüler viel über die Geschichte der Kanalschifffahrt und die Funktion des Hebewerks lernen.
Ganz im Sinne des Strukturwandels wurde anschließend der Phoenix-See im Dortmunder Süden besichtigt. Früher stand hier mal ein Stahlwerk. Nach der Demontage wurde ein Teil des Gebietes geflutet, so entstand ein künstlicher See. Auf dem umliegenden Areal entstand und entsteht noch ein Naherholungsgebiet, sowie ein Wohn- und Gewerbegebiet. Auf den meist terrassierten Uferzonen werden überwiegend luxuriöse Eigenheime gebaut. Im Hafen an der Hörder Burg entstehen seit 2010 Bauten für Büros sowie Praxis-, Gastronomie- und Dienstleistungsbetriebe. Der See ist gleichzeitig ein Baustein zur Renaturierung der Emscher.
Abschließend gab es Gelegenheit die Dortmunder Innenstadt zu besichtigen und den Wandel von einer industriell geprägten Stadt zu einer Dienstleistungsstadt zu erkunden. Natürlich wurde auch von den Schülerinnen und Schülern das Einkaufszentrum „Thier-Galerie“ auf dem Gelände der ehemaligen Dortmunder Thier-Brauerei besichtigt. Es liegt am Westenhellweg, ein historischer Handelsweg, der heute als eine der am meisten besuchten Einkaufsstraßen Deutschlands gilt.
Am späten Nachmittag waren dann alle glücklich, erschöpft und mit vielen neuen Eindrücken versehen wieder zurück in Detmold.


